Was versteht man unter moderner Hochzeitsfotografie?

Früher war es einfach. Da wartete der Fotograf am Kirchenportal auf das Brautpaar und seine Gäste, drapierte die Akteure in einstudierte, stocksteife (oder in späteren Jahren auch gewollt „komische“) Posen und drückte den Auslöser.

Ein Portrait des Brautpaars wurde gerahmt, der Rest kam in ein Einsteckalbum, jeweils eine Seite mit rechteckigem, eine mit ovalem Ausschnitt.

So hätte es für immer weitergehen können. Aber heutzutage lebt man entspannter und möchte natürlich und fröhlich aussehen.

Eine Hochzeit ist eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Menschen. Viele Monate oder sogar Jahre haben die Brautleute mit der Organisation der Vorbereitungen verbracht. Daher wünschen sie sich eine lückenlose Dokumentation des großen Tages, um lebendige und emotionale Erinnerungen wirkungsvoll festzuhalten.

Der moderne Hochzeitsfotograf hat also die Aufgabe, eine Fotostory der Veranstaltung zu kreieren, die weder gestellt noch inszeniert wirken darf.

Der traditionelle Hochzeitsfotograf wird oft als störender Fremdkörper empfunden, der das Brautpaar stundenlang von ihren Gästen fernhält oder zum Dirigenten der Feier wird, ja womöglich noch darum bittet, so einzigartige Momente wie den Ringtausch zu wiederholen.

In der zeitgenössischen Fotografie wird ein anderer, persönlicher Ansatz bevorzugt. Der moderne Hochzeitsfotograf versucht das Brautpaar schon vor der Hochzeit so gut wie möglich kennenzulernen – so tritt er auf der Feier nicht als Fremder in Erscheinung, sondern fast wie ein guter Bekannter. Er arbeitet nicht-intrusiv, greift also so wenig wie möglich ins Geschehen ein und ist ständig auf der Suche nach interessanten Situationen.


Heutige Brautpaare wollen entspannt und natürlich aussehen.

Wer kennt das nicht: sobald irgendwo eine Kamera gezückt wird, versucht man möglichst unbeteiligt zu schauen oder wegzusehen. Kaum jemand wird gerne fotografiert. Umso wichtiger, dass der Hochzeitsfotograf im Hintergrund agiert und nahezu unsichtbar wird. Nur so kann es ihm gelingen, wahrheitsgetreue Emotionen und Momente einzufangen.

Traditionen wirken lange nach. So gibt es immer noch häufig nach den Wunsch nach einigen formellen Portraits. Auch ein moderner Hochzeitsfotograf wird diesen Wünschen gerne nachkommen. Nur eines sollte man dabei nicht vergessen: heutige Brautpaare wollen Spaß haben und mit ihren Familien und Freunden eine unbeschwerte Feier genießen. Die Wahl des richtigen Hochzeitsfotografen hat entscheidenden Anteil daran, dass dies gelingt.

Auch die Geschäftsmodelle von traditionellen und modernen Hochzeitsfotografen sind unterschiedlich. Der traditionelle Fotograf erhebt eine vergleichsweise geringe Gebühr für das Fotografieren, und hofft anschließend darauf, möglichst viele Bilder zu verkaufen. Daher liegt der Stückpreis für ein Bild vergleichsweise hoch. Es braucht nur wenig Erfahrung, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Bilder nachbestellt werden und welche angesichts der hohen Preise liegengelassen werden. Dementsprechend drückt der traditionelle Fotograf nur dann auf den Auslöser, wenn er ein verkaufbares Bild sieht.

Der moderne Hochzeitsfotograf macht einen Pauschalpreis für alle Bilder und fotografiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit. So entstehen hunderte Aufnahmen, von denen viele für sich alleine wenig hergeben. Doch die geschickte Kombination zu einer Fotostory ermöglicht es dem Betrachter, die vielen unwiederbringlichen Momente eines Hochzeitstags nachzuempfinden und wieder zu erleben.

Für diese in ihr Spiel vertieften Brautjungfern hätte ein traditioneller Hochzeitsfotograf seine Kamera nicht eingeschaltet.

Das Angebot des traditionellen Fotografen wirkt vielleicht auf den ersten Blick günstiger. Aber letztlich kostet eine vergleichbare Leistung doch bei beiden Vertretern das gleiche – beim modernen Hochzeitsreporter kennt das Brautpaar den genauen Endbetrag jedoch schon im Voraus.

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