Bilder auf CD-ROM, Digitale Negative usw…ein kleiner Leitfaden

Immer öfter fragen mich Brautleute, ob sie die Bilder auch digital erhalten können (die Antwort lautet kurz gesagt: ja). Da es hier aber oft zu Begriffsverwirrungen kommt, und dies bei jedem Fotografen anders gehandhabt werden kann, kommt hier ein kleiner Leitfaden.

Als erstes steht natürlich die Frage an: warum soll man seine Bilder überhaupt in digitaler Form bekommen? Zwei Gründe sind denkbar: im ersten Fall möchte das Brautpaar die Bilder auch am PC ansehen, per Email an Freunde schicken oder auf eine Hochzeitshomepage stellen. Im zweiten Fall möchte das Brautpaar selbst Ausdrucke anfertigen oder bei einem Fotolabor anfertigen lassen.

Digitale oder digitalisierte Bilder liegen immer in einer bestimmten Größe vor. Während es kein Problem ist, digitale Bilder zu verkleinern, so ist es mit erheblichen Qualitätsverschlechterungen verbunden, wenn man digitale Bilder nachträglich vergrößert. Die Bildgröße von Digitalbildern kann in Megapixeln (MP) angegeben werden.

Für das Internet bzw. die Darstellung am Computerbildschirm reichen relativ kleine Bildgrößen (unter 1 MP) – will man die Bilder jedoch drucken oder ausbelichten, sind größere Daten erforderlich (je nach gewünschter Größe ab 2 MP).

Wenn Ihr Fotograf digitale Bilddaten anbietet, sollten Sie also fragen, in welcher Größe die Bilder vorliegen. Oft werden nur Bilder in “Bildschirmauflösung” überreicht – diese sind nicht für Ausdrucke geeignet, sondern nur für das Betrachten am Bildschirm.

Außerdem sollten Sie fragen, wie die Bilder digitalisiert werden. Im Optimalfall wird bereits digital fotografiert – wenn Sie die Daten in der Originalgröße erhalten, haben Sie die bestmögliche Qualität.
Arbeitet der Fotograf jedoch noch mit analogem Film, so müssen die Negative erst digitalisiert werden. Die Qualität, die dabei aus den Automatik-Scannern der Fotolabore kommt (Foto-CD), ist jedoch meist äußerst unbefriedigend. Scans in guter Qualität sind allerdings nicht billig.

Eine weitere Überraschung können Wasserzeichen oder aufgedruckte Firmenlogos auf Digitaldaten sein. Fragen Sie den Fotografen, ob die Bilder Wasserzeichen enthalten.

Bei größeren Datenmengen werden statt CD-ROM’s mittlerweile häufig DVD-ROM’s überreicht. Hier kommt es öfter zu Inkomptabilitäten, so dass die DVD auf dem eigenen Rechner nicht gelesen werden kann. Auch Datenfehler sind häufiger als bei CD-ROM’s. Fragen Sie den Fotografen, ob er im Fehlerfall auch CD-ROM’s liefert oder als Alternative vielleicht die Bilder auf einen USB-Stick kopiert.

“Digitale Negative” – ein etwas unpräziser Begriff. Zu Analogzeiten konnte man bei manchen Fotografen die Negative kaufen – das Rohmaterial zum Herstellen von Abzügen. Die meisten Fotografen arbeiten heute mit Digitalkameras – hier gibt es zwei Möglichkeiten: entweder werden die Bilder von vornherein im bekannten JPEG-Format (seltener auch im TIFF-Format) aufgenommen und können dann auf den meisten Computern direkt angesehen werden. In letzter Zeit nehmen jedoch Fotografen auch gerne im sogenannten RAW-Format auf. Dieses Format wird in der Fachwelt ebenfalls “Digitales Negativ” genannt, denn es lässt sich nicht ohne weiteres betrachten: jedes Bild muß zunächst in einem Bildbearbeitungsprogramm entwickelt werden und dann als JPEG oder TIFF-Bild gespeichert werden, um es überall anzeigen zu können. Diese Entwicklung erfordert Fachwissen – mit den falschen Einstellungen kann das Bild vollkommen anders aussehen als vom Fotografen geplant. Daher weigern sich die meisten Fotografen, diese RAW-Negative herauszugeben.

Sprechen Sie daher lieber von “hochauflösenden Bildern” – Sie sollten dann Digitaldaten in guter JPEG-Qualität und mindestens 2 MP Auflösung erhalten. Je größer die Auflösung, desto größere Abzüge können von den Bildern gemacht werden. Bei mir beträgt die Auflösung im Normalfall 6-10 MP, nur Ausschnittvergrößerungen sind kleiner.

Auflösung ist allerdings nicht alles: auch das Bildrauschen ist ein wichtiger Faktor, der maßgeblich von der Qualität der Kamera bestimmt wird. Ein 2 MP-Bild aus einer hervorragenden, rauscharmen Kamera kann größere Ausdrucke erlauben als ein verrauschtes 8 MP-Bild aus einer kleinen Kompaktkamera.

Wenn Sie digitale Bilddaten erhalten, fragen Sie auch nach den Nutzungsrechten. Ohne Nutzungsrechte dürfen Sie die Bilder nicht weitergeben oder im Internet ausstellen. Manche Fotografen räumen Ihnen “private Nutzungsrechte” ein. Allerdings stehen Ihnen diese Rechte ohnehin per Gesetz zu (§53 Urhg). Sie dürfen also ihre CD kopieren und Abzüge ausdrucken oder anfertigen lassen – solange es für ihren privaten Gebrauch ist. Ein Verkauf der Bilder oder eine Weitergabe an Zeitschriften wäre somit nicht gestattet. Dazu zählt auch die ungefragte Weitergabe von Bildern an andere Dienstleister wie Floristen, DJ’s oder Theologen. Wenn Sie Rechtssicherheit wollen, lassen Sie sich die gewünschten Nutzungen genau bestätigen.